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Erstversorgung beim Igel

  • Bitte hören Sie uns zu und folgen unseren Anweisungen. Jede Minute ist kostbar und wir haben keine Zeit zu diskutieren. Sie haben uns angerufen, somit vertrauen Sie uns und unseren Erfahrungen!

  • Bleiben Sie ruhig oder bitten sie jemand zweiten die Anweisungen auszuführen 

  • Das Tier aus einer Gefahrenzone bringen. Ein Tier das davonläuft ist nicht zwangsläufig gesund, sondern sie reagieren auf Stress und versuchen natürlich noch zu flüchten. 

  • Das Gewicht sagt erstmal gar nichts aus, da Laien einen Altigel nicht von einem adulten oder juvenilen Tier unterscheiden können. Für Altigel gelten andere Gewichtsvorgaben. 

  • Fotos helfen uns nicht und sagen nichts über den Zustand des Tieres aus. Wir betreiben auch keine Fernwartung mittels Glaskugel oder stellen Diagnosen ohne das Tier gesehen zu haben. Auch ein scheinbar gesundes Tier kann versteckt Fliegeneier oder schon Madenbildung haben. Igel schreien nicht wenn ihnen was weh tut, sie laufen oft tagelang noch mit schwersten Verwundungen herum. 

  • Kontrollieren Sie den Allgemeinzustand mit Hinweis auf Verletzungen, Blutungen, offene Wunden etc. 

  • Fliegeneier und Maden sichtbar - Fleigeneier sind kleine längliche gelbliche Stäbchen die in dicken Klumpen am überall am Tier (vor allem in Körperöffnungen) anhaften bzw. auch im dichten Fell versteckt sind. Beides ist ein Notfall der sehr rasche Hilfe benötigt.

  • Setzen Sie den Igel in einen ausreichend großen Behälter, so das noch etwas Platz ist. 

  • Haben sie Angst wegen möglicher Außenparasiten, dann versorgen Sie das Tier in der Badewanne, Waschbecken oder Dusche. Lassen Sie Tiere niemals draußen einfach stehen oder liegen!

  • Ist das Tier am Bauch warm oder kalt! Fühlt sich der Bauch kalt an, braucht das Tier sofortige Wärme von unten! Sprich eine Wärmeflasche, Flaschen mit warmen Wasser (38 Grad), Gummihandschuhe mit Wasser gefüllt. Keine Sonne, keine Fußbodenheizung, kein warmer Keller, sondern direkte Wärme! Kalten Tieren dürfen weder Futter noch Wasser gegeben werden, selbst wenn das Tier es fressen würde! 

  • Ist der Bauch warm, bieten Sie dem Igel NUR lauwarmes Wasser mit Elektrolyte (wenn vorhanden zb.von Normalyt) an. Ansonsten nehmen sie Honig und etwas Salz. 

  • Trinkt das Tier nicht von selber, dann können Sie versuchen mit einer Einmalspritze (ohne Nadel) oder Pipette, dem Igel das Wasser ins Mäulchen zu geben. 

  • Ist das Tier zu schwach und dehydriert kann er wahrscheinlich auch nicht mehr selber trinken. In dem Fall braucht der Igel sofort eine geeignete Infusion zur Stabilisierung. 

  • Bieten Sie dem Tier KEIN Futter an. ACHTUNG Refeedingsyndrom! Erst muss der Stoffwechsel wieder in Gang gebracht werden.

  • Achten sie darauf ob der Igel in der Zwischenzeit Kot und/oder Urin abgesetzt hat und wie der Kot ausschaut ev. extrem stinkt bzw. welche Farbe der Urin hat. Befindet sich ev. auch Blut in den Ausscheidungen. 

  • Nehmen sie spätestens jetzt Kontakt mit uns, einer anderen Wildtierstation, einer Tierklinik oder einem wiltdtierkundigen Tierarzt auf. Eine Liste  von uns bekannter wildtierkundiger Tierärzte finden sie hier: 

  • Sollten Sie trotz Aufforderung nicht bereit sein dem Tier Hilfe zukommen zu lassen oder selbst herumdoktern bis das Tier verstirbt, erstatten wir Anzeige. Immer wieder werden uns halbtote Tiere gebracht, weil die Finder nicht bereit waren, oder sich selbst überschätzen und oft wochenlang zuschauen wie das Tier immer mehr verfällt. Es sind Lebewesen und keine Experimente oder Kuscheltiere! 

  • Sie können aber nach Begutachtung und Erstversorgung einen Igel mit unserer Unterstützung selber pflegen und es dann auch zur Auswilderung bringen. Für alle anderen Tiere gilt das nicht! 

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